5. Predigt - Der Ablass

500 Jahre Martin Luther und die Reformation
5. Predigt (02.04.2017) – Der Ablass   
Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.                                               
Amen. 
Liebe Gemeinde!
500 Jahre Martin Luther und die Reformation – heute die 5. Predigt – Der Ablass. Falls Sie jetzt glauben sollten, dass der Ablass längst auf der Müllhalde der Geschichte liegt, dann irren Sie sich. Im „Katechismus der Katholischen Kirche“ von 1993 heißt es (S. 401, X. Die Ablässe) unter der Nummer 1471:


„Die Lehre über die Ablässe und deren Anwendung in der Kirche hängen eng mit den Wirkungen des Bußsakramentes zusammen.“ Dann wird die Frage gestellt: „Was ist der Ablass?“ Und die Antwort:
„Der Ablass ist Erlass einer zeitlichen Strafe vor Gott für Sünden, die hinsichtlich der Schuld schon getilgt sind. Ihn erlangt der Christgläubige, der recht bereitet ist, unter genau bestimmten Bedingungen durch die Hilfe der Kirche, die als Dienerin der Erlösung den Schatz der Genugtuungen Christi und der Heiligen autoritativ austeilt und zuwendet.“ Und weiter: „Der Ablass ist Teilablass oder vollkommener Ablass, je nachdem er von der zeitlichen Sündenstrafe teilweise oder ganz freimacht. Ablässe können den Lebenden und den Verstorbenen zugewendet werden.“


Das ist die heute gültige, offizielle katholische Lehre. Im Jahr 2000 gab es folgerichtig einen sogenannten Jubiläumsablass zum „Heiligen Jahr“ und ebenso im vergangenen Jahr 2016 zum „Jahr der Barmherzigkeit“. Dabei musste man bestimmte Kirchentüren in Rom, aber auch in anderen Kirchen auf der Welt durchschreiten, um diesen Ablass zu erhalten. Auch den Teilnehmern am Weltjugendtag in Sydney 2008 wurde ein Ablass gewährt. In einem Schreiben aus Rom hieß es dazu: „Ein vollkommener Ablass wird den Gläubigen gewährt, die sich aus Anlass des 23. Weltjugendtags als Pilger in Sydney einfinden; einen Teilablass können alle erlangen, die, wo immer sie sich aufhalten, für die geistlichen Ziele dieses Treffens und seinen glücklichen Ausgang beten.“


Der Ablass ist also keineswegs Vergangenheit, sondern gegenwärtige katholische Wirklichkeit. Evangelische Christen können mit all dem nur recht wenig bis gar nichts anfangen. Darum müssen wir uns, ob uns das gefällt oder nicht, zuerst mit der katholischen Buß- und Ablasslehre zur Zeit Luthers und heute beschäftigen. Der Ablass gehört nach katholischer Auffassung zur Beichte, ist also Teil des Bußsakramentes. 
Die Sündenvergebung in der Beichte verläuft dabei nach festgelegten Schritten:


1. Einsicht und Reue beim Sünder,
2. dessen Bekenntnis der Sünden in der Beichte,
3. die Absolution, die Lossprechung, das ist die Vergebung der 
    Sündenschuld, durch den Priester (ego te absolvo a peccatis tuis  
    = ich spreche dich los von deinen Sünden),
4. Bußakt, Genugtuung durch den Beichtenden
   4.1. baldmöglichste Teilnahme an der Eucharistiefeier mit 
       eigener Kommunion,
   4.2. Leistung einer Sündenstrafe (nach Maßgabe des Beichtvaters
       können das Werke der Gottesverehrung, der Nächstenliebe, der
       Barmherzigkeit oder der Wiedergutmachung sein),
5. Vorsatzverwirklichung zukünftig Sünden zu vermeiden.
 
Beim vorletzten Punkt, der Sündenstrafe, kommt seit dem Mittelalter nun der Ablass ins Spiel. Denn die Sündenschuld war zwar durch den Priester vergeben, aber die kirchlichen Sündenstrafen musste der Mensch nun noch ableisten, „abbüßen“. Dabei kam dann so mancher Büßer auf die Idee, sich hierbei Erleichterung zu verschaffen, - durch Geldzahlungen. Als die Kirche dann auch noch gerne darauf einging, war der Ablass geboren. Später dehnte man den Bereich, für den man Ablass erwerben konnte sogar noch bis ins Jenseits, bis auf das Fegefeuer aus. Und der bekannte Spottspruch, „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt!“, wird verständlich.
Die Berechtigung, Ablass zu gewähren, sieht die Katholische Kirche bis heute ihr gegeben in dem „Schatz der Kirche im Himmel“, (thesaurus ecclesiae) den Christus durch sein Leiden und Sterben und alle Märtyrer und Heiligen durch ihre Leiden bzw. ihr sündloses Leben erworben haben, und über den die Kirche, besonders der Papst, verfügen kann. Das muss man sich ganz langsam noch mal sagen: mit dem Leiden und Sterben Jesu Christ damals, kann die Katholische Kirche bis heute, gute Geschäfte machen. Oder kurz und schlagwortartig gesagt: „Geld statt Gnade!“ Jugendliche würden wohl sagen „Knete statt Gebete!“
Ablässe gab es zur Zeit Luthers zwar nicht jeden Tag, aber für den Besuch bestimmter Reliquiensammlungen, wie die seines eigenen Fürsten Friedrich des Weisen in der Schlosskirche zu Wittenberg, mit über 19.000 Reliquien, erhielt man den Gegenwert von rund zwei Millionen Jahren Ablass. Da lohnt sich schon mal eine auch etwas weitere Reise.
Einen sogenannten Plenarablass, also einen vollkommenen Ablass für alle Sündenstrafen, hatte nun aber Papst Leo X. im Jahr 1515 erlassen. Der Gewinn sollte den Bau des Peters-Domes finanzieren.


Besondere Umstände machten diesen Ablass in Deutschland zu einer besonders delikaten Angelegenheit. Der junge Albrecht von Brandenburg hatte sich gerade vom dortigen Domkapitel zum Erzbischof wählen lassen, obwohl er bereits Erzbischof von Magdeburg und Administrator, d. h. Verwalter des Bistums von Halberstadt war. Solch eine Ämterhäufung war eigentlich verboten; aber durch eine großzügige Geldzahlung Richtung Rom, konnte man solche Hindernisse schnell beseitigen. Das Problem: er hatte die nötigen 29 000 Gulden, ein riesiges Vermögen übrigens, nicht. Der Papst selber aber hatte die rettende Idee: Albrecht lässt in seinen drei Bistümern einen Ablass vertreiben, die Einkünfte werden geteilt, und Albrecht kann seine Schulden bei den Fuggern bezahlen, die die Summe vorgestreckt hatten.
So begann Johann Tetzel im Januar 1517 mit seiner Arbeit. Dabei kam er dann allerdings im April auch dem Territorium Friedrichs des Weisen, also dem Kurfürstentum Sachsen, sehr nah. Dort durfte der Ablass nämlich nicht verbreitet werden, denn das Geld der Landeskinder sollt gefälligst im eigenen Lande bleiben, und Ablass gab’s ja schließlich auch beim Kurfürsten. Das Brandenburgische Jüterborg im Osten und das Magdeburgische Zerbst im Westen lagen jeweils aber nur rund 40 Kilometer von Wittenberg entfern. Wie schon gesagt: Für’s Seelenheil lohnt sich schon mal eine auch etwas weitere Reise.
„Von diesen Vorgängen erfuhr Luther als Seelsorger in Wittenberg, als er nämlich dort Beichte hörte. Die Gemeindeglieder, die Ablassbriefe gekauft hatten, brachten diese zur Beichte mit und verweigerten nicht nur die Buße und die Genugtuung, sondern auch die Reue über ihre Sünden, Das hielten sie alles schon durch den Kauf der Ablassbriefe für erledigt. … Luther … erschrak über die verheerende Auswirkung des Ablasses in der Gemeinde zutiefst. … Der Ablaß war in seiner Zeit das Paradebeispiel für die ‚billige Gnade’ (wie Dietrich Bonheoffer das später nannte).“ … Damit hatte „’die Kirche das Evangelium an das natürliche Sicherheitsstreben des frommen Menschen verraten.’ Denn dieser ist darauf aus, so einfach und billig wie möglich mit Gott ins Geschäft zu kommen.“ (in: Hanns Leiner: Luthers Theologie für Nichttheologen, S. 41)
Sogleich fing Luther als Prediger und Seelsorger an, gegen diesen Wildwuchs zu predigen. Bereits am 24. Februar wandte er sich in einer Predigt gegen das Ablasswesen das die Menschen von der wahren Buße abbringe und die nötige Furcht vor der Sünde in eine Furcht vor der Strafe verkehre, von der man sich dann ganz einfach durch den Ablass schützen könne.
Da Luther aber auch Professor der Theologie war, der für die Bekämpfung von Irrlehren mitverantwortlich war, begann er über den Ablass zu forschen und verfasste schließlich auf Latein seine 95 Thesen und auf Deutsch einen kurzen „Sermon von Ablass und Gnade“ in Predigtlänge. Die Thesen schickte er unter dem Datum 31. Oktober 1517 an den zuständigen Erzbischof Albrecht von Mainz und machte sie gleichzeitig seinen Kollegen an der Universität bekannt. Ob als Thesenanschlag oder nicht ist dabei unwichtig! Der Sermon wurde im März 1518 veröffentlicht; im Mai dann schließlich noch eine lateinische Erklärung zu den 95 Thesen, die er durch einen zusätzlichen Brief direkt Papst Leo X. widmete.
Damit stand der Professor, Prediger und Seelsorger Dr. Martin Luther, im Alter von 34 Jahren, im hellen Licht der internationalen Öffentlichkeit. Latein konnten die Gelehrten in ganz Europa und die deutschen Veröffentlichungen, bald nämlich auch der Thesen, sorgten dafür, dass jeder, der lesen konnte, sich eine eigene Meinung bilden konnte.
Anfänglich war Luthers Absicht eine rein seelsorgliche. So forderte er auch den Erzbischof Albrecht von Mainz in seinem Brief dazu auf, seiner seelsorglichen Verantwortung gerecht zu werden. Um der verführten Gemeindglieder willen solle er gegen den Missbrauch der Ablassprediger einschreiten und das Übel abstellen.
Dabei sollte alles innerhalb der Kirche geregelt werden.
Luther war aber in seinen Überlegungen schon ein Stück weiter. Auch wenn ihm das selber wohl noch nicht so ganz klar war. Seine Gegner aber bemerkten es sofort. Er hatte mit seinen wenigen Äußerungen grundsätzliche Fragen aufgeworfen, die die bisherige Praxis, nicht nur des Ablasses, in Frage stellten.
Gleich in der ersten These fragt er nicht nach kirchlichen Regelungen, sondern nach der eigentlichen Grundlage des Glaubens, nach Jesus Christus und der Bibel: „1. Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: ‚Tut Buße’ usw. (Matth. 4,17), hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.“ Er fängt mit Jesus Christus und dessen Verständnis an und fragt, was dazu in der Bibel steht. Das nennet man später „allein Christus“ (= „solus Christus“) und „allein die Schrift“ (= „sola scriptura“).
Und gleich in der zweiten These verwirft er die bisherige kirchliche Lesart des Wortes Buße: „2. Dieses Wort kann nicht von der Buße als Sakrament, d. h. von der Beichte und Genugtuung her, die durch das priesterliche Amt verwaltet werden, verstanden werden.“ Luther geht es um das ursprüngliche neutestamentliche Verständnis der Buße als Umkehr, Erneuerung und Sinneswandel. Von Ablass ist da keine Rede. Und wenn es in der Buße um eine innere Glaubensentscheidung geht, dann ist auch die kirchliche Übertragung des Ablasses auf Verstorbene im Fegefeuer hinfällig.
 
Liebe Gemeinde!
Da wir die 95 Thesen wohl kaum alle im Kopf haben, will ich die Wichtigsten jetzt vorlesen; viele sprechen dabei für sich:


„32. Wer glaubt, durch einen Ablassbrief seines Heils gewiss sein zu können, wird auf ewig mit seinen Lehrmeistern verdammt werden.
36. Jeder Christ, der wirklich bereut, hat Anspruch auf völligen Erlass von Strafe und Schuld, auch ohne Ablaßbrief.
37. Jeder wahre Christ, sei er lebendig oder tot, hat Anteil an allen Gütern Christi und der Kirche, von Gott ihm auch ohne Ablassbrief gegeben.
40. Aufrichtige Reue begehrt und liebt die Strafe. Die Fülle der Ablässe aber macht gegenüber der Strafe gleichgültig und lehrt sie hassen, wenigstens legt sie das nahe.
41. Nur mit Vorsicht darf der apostolische (= päpstliche) Ablass gepredigt werden, damit das Volk nicht fälschlicherweise meint, er sei anderen guten Werken der Liebe vorzuziehen.
42. Man soll die Christen lehren: Die Meinung des Papstes ist es nicht, dass der Erwerb von Ablass in irgendeiner Weise mit Werken der Barmherzigkeit zu vergleichen sei.
43. Man soll den Christen lehren: Dem Armen zu geben oder dem Bedürftigen zu leihen ist besser, als Ablass zu kaufen.
44. Denn durch ein Werk der Liebe wächst die Liebe und wird der Mensch besser, aber durch Ablässe wird er nicht besser, sondern nur freier von der Strafe.
45. Man soll die Christen lehren: Wer einen Bedürftigen sieht, ihn übergeht und statt dessen für den Ablass gibt, kauft sich nicht den Ablass des Papstes, sondern die Verachtung Gottes.
47. Man soll die Christen lehren: Der Kauf von Ablass ist eine freiwillige Angelegenheit, nicht geboten.
52. Auf Grund eines Ablassbriefes das Heil zu erwarten ist eitel, auch wenn der (Ablass-)Kommissar, ja der Papst selbst ihre Seelen dafür verpfändeten.
53. Die anordnen, dass um der Ablasspredigt willen das Wort Gottes in den umliegenden Kirchen völlig zum Schweigen komme, sind Feinde Christi und des Papstes.
54. Dem Wort Gottes geschieht Unrecht, wenn in ein und derselben Predigt auf den Ablass die gleiche oder längere Zeit verwendet wird als für jenes.
56. Der Schatz der Kirche, aus dem der Papst den Ablass austeilt, ist bei dem Volke Christi weder genügend genannt noch bekannt.
62. Der wahre Schatz der Kirche ist das allerheiligste Evangelium von der Herrlichkeit und Gnade Gottes.
75. Es ist irrsinnig zu meinen, dass der päpstliche Ablass mächtig genug sei, einen Menschen loszusprechen, auch wenn er - was ja unmöglich ist - der Gottesgebärerin Gewalt angetan hätte.
80. Bischöfe, Pfarrer und Theologen, die dulden, dass man dem Volk solche Predigt bietet, werden dafür Rechenschaft ablegen müssen.
81. Diese freche Ablasspredigt macht es auch gelehrten Männern nicht leicht, das Ansehen des Papstes vor böswilliger Kritik oder sogar vor spitzfindigen Fragen der Laien zu schützen.
92. Darum weg mit allen jenen Propheten, die den Christen predigen: "Friede, Friede", und ist doch kein Friede.
93. Wohl möge es gehen all den Propheten, die den Christen predigen: "Kreuz, Kreuz", und ist doch kein Kreuz.
94. Man soll die Christen ermutigen, dass sie ihrem Haupt Christus durch Strafen, Tod und Hölle nachzufolgen trachten.
95. und dass die lieber darauf trauen, durch viele Trübsale ins Himmelreich einzugehen, als sich in falscher geistlicher Sicherheit zu beruhigen.“
 
Liebe Gemeinde!
Mit Christus fangen die 95 Thesen an und mit Christus hören sie auf. Damit ist klar was, besser wer der Mittelpunkt ist: „allein Christus“! Und davon wird Luther nie wieder abrücken. Zwar greift er den Papst noch nicht direkt an, auch will er als treuer Sohn seiner Kirche verstanden werden. Aber wenn diese Fehler macht, muss das benannt werden, dann muss reformiert werden. Mit seinen Thesen hatte er alles zum Thema Ablass gesagt; es kam dann ja auch niemand mehr, um mit ihm darüber zu diskutieren. Die Gnade Gottes macht den Ablass überflüssig. Nach evangelischem Verständnis, also dem Evangelium gemäßem Verständnis, ist der Ablass tot und erledigt. Ablass – nein danke! Für uns liegt er auf der Müllhalde der Geschichte.
Aber eben nicht nach dem Verständnis der Katholischen Kirche, weder damals, noch heute. Die Gegner Luthers meldeten sich sofort: Johann Tetzel (1465-1519), Dr. Eck (1486-1543, Luther ließ später gerne den Punkt bei Dr. Eck weg) und Silvester Prierias (1456-1527) verfassten Gegenschriften. Doch nicht der Ablass stand dabei im Mittelpunkt, sondern die viel grundsätzlichere Frage nach der Autorität der Kirche und besonders der des Papstes. Ihre Meinung: Der Papst hat das Recht Ablässe auszuschreiben, wer dem widerspricht ist ein Irrlehrer, ein Ketzer.


Und die weitere Geschichte mit all ihren Irrungen und Verwirrungen nahm ihren Verlauf. Der Ketzerprozess wurde angeschoben, aber auch aufgehalten, gestoppt und neubegonnen. Luther wurde von Kardinal Cajetan (1469-1534) im Oktober 1518 in Augsburg verhört, wobei Luther vom Grundsatz, die Schrift steht über dem Papst, nicht abging. Schließlich der Bann, die Exkommunikation im Jahre 1520 und die Reichsacht 1521. Das alles hatte aber mit dem Ablass kaum noch etwas zu tun. Andere theologische Fragen, andere Glaubensfragen wurden wichtiger. Und selbstverständlich spielte die Politik, Kirchenpolitik wie Reichspolitik, auch eine große Rolle. Aber die Reformation hatte längst begonnen und war nicht mehr zu stoppen. Wir werden davon noch hören.
Die Katholische Kirche propagiert den Ablass aber munter bis heute immer weiter. Selbst das liebe Geld ist auch noch dabei. Vor dem Jubiläumsablass 2000 wurde aufgezählt, wodurch man sich den  „vollkommenen Jubiläumsablass“ sichert. Dadurch „dass die Gläubigen … eine angemessene Geldsumme den Armen zuwenden“ und „dass sie mit einem ansehnlichen Beitrag Werke religiösen oder sozialen Charakters unterstützen“ (Anweisungen für die Erlangung des Jubiläumsablasses, Anhang zu der Bulle Incarnationis Mysterium, 1998)   

                               
Schade! – In 500 Jahren, zumindest in diesen Zusammenhängen, nichts dazu gelernt.
Schließen will ich mit einem Zitat Martin Luthers aus seiner Schrift „Warnung an seine lieben Deutschen“ aus dem Jahre 1531. Auch hier wird noch einmal, 14 Jahre nach dem Ablassstreit, der Gegensatz Ablass oder Christus eingeschärft:
„Wer sich auf den Ablas vertrösten und verlässt und so gestorben ist oder gelebt hat, der hat damit den Heiland Jesus Christus fahren lassen müssen, hat (ihn) verleugnen, vergessen und gar keinen Trost an ihm haben können. Denn wer auf etwas anderes seinen Trost setzt als auf Jesus Christus, der kann keinen Trost an Christus haben.“ (Lutherlexikon, hg. v. Kurt Aland, S.11) 


Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft und die Gemeinschaft des heiligen Geistes, bewahre unserer Herzen und Sinne in Jesus Christus.           
   Amen.
Die nächste Predigt ist zu hören am 21. Mai 2017.
Sie wird unter der Überschrift „Luthers Werke“ stehen.
 
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Das große Lesebuch:
S. 12-18: Ein Sermon von Ablass und Gnade