Mitteilungen

Kurz - An(ge)dacht

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Dritter Sonntag der Passionszeit

Datum: 07. März 2021 Liturgische Farbe: violett


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Lukas 9,62

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 34,16-23

Wochenlied/-er: EG 391 + 445

Evangelium: Lukas 9,57-62

Halleluja-Vers: entfällt da Passion

vorgeschlagener Predigttext: Epheser 5,1-9

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 658 + 385

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 08. März 2021: 1. Könige 19,1-13 EG 919-921

Dienstag, 09. März 2021: Jeremia 20,7-13 EG 922-924

Mittwoch, 10. März 2021: Lukas 22,47-53 EG 925-927

Donnerstag, 11. März 2021: 1. Petrus 1,13-21 EG 928-931

Freitag, 12. März 2021: Lukas 12,49-59 EG 932-934

Samstag, 13. März 2021: Johannes 15,18-21 EG 935-939



Manchmal ist das wirklich nicht leicht – die Bibel zu lesen und zu verstehen. Besonders wenn der Apostel Paulus loslegt: Nebensatz, Nebensatz, Hauptsatz und noch irgendeine Wendung zum Schluss. Egal ob evangelische Lutherübersetzung oder katholische Einheitsübersetzung – dreimal lesen – mindestens.

Aber jetzt gibt es eine Übersetzung, die BasisBibel, da versteht man sofort alles. Kurze Sätze, einfache Worte und wenn dann doch mal ein unbekanntes Wort auftaucht, wird es am Rand erklärt. Als Beispiel hier einige Verse aus dem Predigttext (Epheser 5,1-9):

1 Nehmt euch also Gott zum Vorbild! Ihr seid doch seine geliebten Kinder.

2 Und führt euer Leben so, dass es ganz von der Liebe bestimmt ist. Genauso hat auch Christus uns geliebt und sein Leben für uns gegeben.

3 Über Unzucht, jede Art Unsittlichkeit oder auch über Habgier sollt ihr nicht einmal reden. Denn das gehört sich nicht für Heilige.

8 Früher habt ihr nämlich selbst zur Finsternis gehört. Aber jetzt seid ihr Licht, denn ihr gehört zum Herrn. Führt also euer Leben wie Kinder des Lichts!

9 Denn das Licht bringt als Ertrag lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.

Gut verständlich ist das – aber auch eine große Herausforderung. Gott als Vorbild – höher greifen kann man nicht. Das kann einen auch überfordern, da möchte man aufstöhnen nach dem Motto: da reiche ich doch nie ran! Doch wir sind Gottes Kinder! Und als solche




nicht weit weg von ihm. Dazu kommt mir eine andere Bibelstelle in den Sinn „Lasst uns Menschen machen – unser Ebenbild, uns gleich sollen sie sein.“ (1. Mose 1,26) Gott und Mensch sind sich ganz nahe, von Anfang an. Den garstig breiten Graben zwischen ihm und uns haben wir geschaufelt – immer tiefer, immer breiter, bloß weg von Gott.

Gott aber will die Nähe zu uns – das ist die Botschaft der ganzen Bibel. Also sendet er Propheten, schließlich Jesus von Nazareth. Der wird uns zum Messias, zum Christus Er ist unser Retter und unser Heiland. Gottes Liebe zu uns wird Mensch. Diesem Menschen sollen wir folgen um wieder Gott nahe zu kommen. Und wenn wir nachfolgen, dann kommen wir raus aus der Finsternis, dann leben wir im Licht, dann machen wir keine krummen Sachen mehr (auch nicht bei der Steuererklärung), dann sind wir Heilige!

Jetzt nicht lachen – ja, das können wir sein: Heilige. Aber das sind dann Menschen, die durchaus auch Fehler machen. Heilige sind nicht vollkommen. Heilige sind Menschen, die aus der Liebe Gottes leben, die dann (meistens) keine Egoisten mehr sind, sondern Kinder des Lichts. Und als solche sollen Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit unser Leben bestimmen.

Ein gut verständlicher Text, dank der neuen Übersetzung. Aber immer noch schwer zu erfüllen. Denn wir müssen über so manche Schatten springen. Wir müssen uns auf dieses Angebot einlassen wollen und danach leben. Tun wir es – Gott, Jesus lädt uns dazu ein.

Ihr / Euer Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Zweiter Sonntag der Passionszeit

Datum: 28. Februar 2021 Liturgische Farbe: violett


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Römer 5,8

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 25,1-9

Wochenlied/-er: EG 94 + 96

Evangelium: Johannes 3,14-21

Halleluja-Vers: entfällt da Passion

vorgeschlagener Predigttext: Jesaja 5,1-7

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 445 + 353

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 01. März 2021: Röm 5,1-11 EG 919-921

Dienstag, 01. März 2021: Matthäus 26,36-46 EG 922-924

Mittwoch, 01. März 2021: Markus 12,1-12 EG 925-927

Donnerstag, 01. März 2021: 4. Mose 21,4-9 EG 928-931

Freitag, 01. März 2021: Matthäus 12,38-42 EG 932-934

Samstag, 01. März 2021: Johannes 8,21-30 EG 935-939



Manchmal ist es zum Haare raufen. Man kann machen was man will – aber der / die Gegenüber will einfach nicht hören. Da bemüht man sich um seine Kinder – aber die machen was sie wollen. Doch auch umgekehrt: die Kinder haben modernere Ansichten – aber die Eltern verharren im alten Trott.

Oder als Politiker: man hat da doch die größere Übersicht und alle Informationen, die der einzelne Bürger nicht haben kann – und beim kleinsten Sonnenstrahl – zu Hunderten am Offlummer und am Haddorfer (an der Rheinpromenade, am Elbufer, im Englischen Garten) und viele, viele ohne Maske, ohne Abstand, ohne Anstand.

Ja, manchmal möchte man das, was man jahrelang aufgebaut hat, am Liebsten abbrechen, platt machen. So wie das der Weinbergbesitzer im Predigttext (Jesaja 5,1-7) laut ausruft, nachdem der Weinberg trotz aller Pflege keinen guten Ertrag gebracht hat: „Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er verwüstet werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.“ Menschlich nachvollziehbar, würde ich mal sagen.

Menschlich, ja, - aber in der Bibel haben viele Geschichten dann noch eine Wendung, die einen regelrecht umhaut. So auch hier, gleich im nächsten Vers: „Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.“

Auf uns als Christen bezogen heißt das: „Christi Weinberge, das sind die Kirchen und Gemeinden. Die Christen sind seine Pflanzungen. Er wartet auf Maßnahmen gegen Missbrauch, siehe da ist Verschleierung. Siehe, große Töne, aber keine Aufklärung.“ (evangelisch, wie katholisch, wie gesellschaftlich).

Das sitzt! Wir alle nur sind Trauben – nicht der Gärtner und erst recht nicht der Besitzer. Auch die Gemeinde- und Kirchenleiter/-innen sind keine Gärtner und keine Besitzer. Sie sind Trauben, Früchte. Die Frage ist, sind sie gute oder faule Früchte. Sind sie ein wahres Früchtchen oder bringen sie gute, vielfältige, ja hundertfache Frucht?

Gut 700 Jahre später als Jesaja spricht Jesus: „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15,1+5) Der Weinstock, der ganze Weinberg kann also doch noch Frucht bringen – wenn wir uns auf die Gnade und Barmherzigkeit Gottes einlassen und eben nicht Gärtner oder Besitzer spielen. Ihr / Euer Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Erster Sonntag der Passionszeit

Datum: 22. Februar 2021 Liturgische Farbe: violett


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: 1. Johannes 3,8b

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 91,1-12

Wochenlied/-er: EG 347 + 362

Evangelium: Matthäus 4,1-11

Halleluja-Vers: entfällt da Passion

vorgeschlagener Predigttext: Johannes 13,21-30

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 82 + 437

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 22. Februar 2021: 1. Mose 3,1-24 EG 919-921

Dienstag, 23. Februar 2021: Hebräer 4,14-16 EG 922-924

Mittwoch, 24. Februar 2021: 2. Korinther 6,1-10 EG 925-927

Donnerstag, 25. Februar 2021: Hiob 2,1-13 EG 928-931

Freitag, 26. Februar 2021: Lukas 22,31-34 EG 932-934

Samstag, 27. Februar 2021: Römer 6,12-14 EG 935-939



Bruder Judas! Ach – das bin ja ICH! Gedanken zu Johannes 13,21-30.

Seine Mutter wird ihn geliebt haben. Jesus hat ihn sogar in seinen engsten Freundeskreis aufgenommen. Um die Geldgeschäfte des Zwölferkreises hat er sich da gekümmert (Vers 29). Judas – Ein vertrauenswürdiger Mann also.

Und dann das: „Einer unter euch wird mich verraten!“ Jesus kündigt das Ungeheuerliche an. Und sie, die Freunde, die Jünger? – Kein Protest. „Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete.“ Da ist sich keiner seiner selbst sicher – nicht einer. Kennen wir auch: „Einer aus der Abteilung soll zur Betriebsleitung! – Krieg ich jetzt die Papiere?“

Zwei scheinen außen vor, Petrus und „der zu Tische lag an der Brust Jesu, den hatte Jesus lieb … der fragte Jesus: Herr, wer ist´s?“ „Der, dem ich den Bissen eintauche und gebe.“ Und dann tut er es und reicht den Bissen dem Judas. „Und es war Nacht.“ – Tiefste Nacht für Judas. Judas warum?

Doch halt, schauen wir doch mal in uns selbst hinein. Fallen uns da nicht Gelegenheiten ein, bei denen wir mehr Judas als Lieblingsjünger waren. Verrat kann viele Gesichter haben. Als Freund treulos gewesen? Treffer! Auf fiese Weise Schluss gemacht? Wie das mitten durchs Herz geht und Gedanken an Mord und Selbstmord auslöst. Weitere Arten von Verrat: um schnöden Vorteils willen etwas verleugnet? Im entscheidenden Moment peinlich geschwiegen, statt tapfer zu bekennen, sich zu einem Menschen zu bekennen, sich vor diesen Menschen zu stellen? Die Ideale verraten oder ganz simpel und primitiv einem dunklen Verlangen nachgegeben?

Auf beschämend billige Weise Gott verleugnet, getreu dem Motto: Ich schäme mich des Evangeliums eben doch? Meinen Glauben versteckt, um nicht belächelt zu werden? Wir werden alle fündig, wenn wir ehrlich zu uns sind.

Judas ist einer, der in uns allen steckt. Ich weiß nicht, ob ich dazu den Satan bemühen muss. Vielleicht reicht ja auch die Erkenntnis, dass ich zu der zweifelhaften Gattung gehöre, die sich Mensch nennt. Und weil das an dieser Stelle kein Ruhmesblatt ist, hilft mir hoffentlich das Eingeständnis, der nüchterne Blick auf mich selbst. Ja, ich kann so lieb sein, freundlich, so opferbereit und fromm – aber dieses Untier, dieses arme Judas-Ding steckt eben auch in mir. Bruder Judas! Das bin ICH! Das ist aber eine dunkle Perspektive für die Zukunft. Ja! ABER: Das ist die Perspektive ohne Ostern. Davon wusste Judas noch nichts, aber wir wissen es. Der Wochenspruch sagt es uns: „Denn dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ (1. Johannes 3,8b)

Damit ist gesagt, dass dem Judas damals und dem Judas in mir und dem Judas in Dir Vergebung und Gnade widerfahren wird. – Christus sei Dank!

Ihr / Euer Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Sonntag vor der Passionszeit

Datum: 14. Februar 2021 Liturgische Farbe: grün


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Lukas 18,31

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 31,1-9+16-17

Wochenlied/-er: EG 366 + 401

Evangelium: Markus 8,31-38

Halleluja-Vers: Psalm 31,8

vorgeschlagener Predigttext: Jesaja 58,1-9a

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 412 + 295

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 15. Februar 2021: Amos 5,21-24 EG 919-921

Dienstag, 16. Februar 2021: 1. Korinther 13,1-13 EG 922-924

Aschermittwoch, 17. Februar 2021: Matthäus 6,16-21 EG 925-927

Donnerstag, 18. Februar 2021: Lukas 18,41-45 EG 928-931

Freitag, 19. Februar 2021: Sprüche 1,20-28 EG 932-934

Samstag, 20. Februar 2021: Lukas 23,26-31 EG 935-939



Für viele von uns beginnt mit dem Aschermittwoch (17.02.2021) eine der wichtigsten Zeiten im Kirchenjahr. In der kath. Kirche „Fastenzeit“, in der ev. Kirche „Passionszeit“ genannt.

„Passion“ – das Wort hat zwei Bedeutungsrichtungen: eine positive – man hat eine Passion, eine Leidenschaft; und eine negative – man leidet, Jesus leidet. Also Passionszeit – Leidenszeit.

Der Begriff „Fastenzeit“ gibt an, was kath. Christen dann machen (zumindest früher gemacht haben): Fasten! Nun aber „Passion“ – gilt die Wortbedeutung entsprechend auch für die ev. Christen? Leiden, wenigstens mit-leiden mit Jesus, denn fasten, das tun die doch sowieso nicht! Oder?

Seit 38 Jahren gibt es in der ev. Kirche die Aktion „7 Wochen ohne“. Diese Aktion lädt ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag wieder bewusster zu erleben und zu gestalten.

„7 Wochen ohne“ – das heißt: eingeschliffene Gewohnheiten zu durchbrechen, die Routinen des Alltags zu hinterfragen, seinem Leben eine neue Wendung zu geben, zu entdecken, worauf es wirklich ankommt. Konkret kann das heißen: 7 Wochen ohne Alkohol, ohne Zigaretten, ohne unsinnigen Fernsehkonsum; oder auch 7 Wochen möglichst nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß oder dem Fahrrad unterwegs; 7 Wochen keinen Streit, keine Bratwurst, keine Arbeitssucht usw. All dies passt doch eigentlich ganz




gut unter die Überschrift „evangelische Fastenzeit“.

Fasten! Aus welchem Grunde könnte man es also in diesem Corona-Jahr tun? Um gesünder zu leben? Guter Entschluss, kann ich da nur sagen! Doch wer damit Gott beeindrucken will, der lasse es besser gleich. Fasten hat im religiösen Sinne nur dann einen Nutzen, wenn ich es als Versuch der Umkehr im Leben und im Glauben verstehe. Fasten als Selbstzweck oder als frommes Werk vor Gott, ist genau der falsche Weg.

Am Mittwoch beginnt also die Passionszeit. Wer Fasten als innere und äußere Umkehr, als Buße im Sinne der Suche nach Gott versteht, der möge die Passionszeit als persönliche Fastenzeit begreifen. Doch wer das dann als menschliches Werk zur Erlangung des ewigen Heils versteht, der hat keinen Glauben.

Unser Predigttext am Sonntag sagt: "Das aber ist ein Fasten, an dem ich gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Brich den Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn!" (aus Jesaja 58,1-9a)

Nicht auf religiöses Brimborium kommt es an, sondern, dass der Glaube im Alltag seine Fortsetzung findet durch die Nächstenliebe. Nicht "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!" ist die Devise, sondern "Hilf deinem Nächsten, dann hilft dir Gott!" So lasst uns nun fasten!

Ihr / Euer Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Zweiter Sonntag vor der Passionszeit

Datum: 07. Februar 2021 Liturgische Farbe: grün


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Hebräer 3,15

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 119,89-92+103-105+116

Wochenlied/-er: EG 196 + 199

Evangelium: Lukas 8,5-15

Halleluja-Vers: Psalm 119,105

vorgeschlagener Predigttext: Lukas 8,4-15

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 98 + 198

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 08. Februar 2021: Jesaja 55,6-12 EG 919-921

Dienstag, 09. Februar 2021: Hebräer 4,12+13 EG 922-924

Mittwoch, 10. Februar 2021: Apostelgesch. 16,9-15 EG 925-927

Donnerstag, 11. Februar 2021: Hesekiel 2,1-10+3,1-3 EG 928-931

Freitag, 12. Februar 2021: Markus 4,26-29 EG 932-934

Samstag, 13. Februar 2021: Galater 1,6-10 EG 935-939



Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.“ (Hebräer 3,15) Der Wochenspruch macht es uns unmissverständlich klar – es geht um das Wort Gottes. Und wer sich die Texte dieses Sonntags und der kommenden Woche anschaut – immer wieder geht es um Gottes Wort, auf das wir hören sollen. Wir sagen ja zur ganzen Bibel auch „Wort Gottes“.

Die Evangelische Kirche erklärt sich selbst zur „Kirche des Wortes“. So heißt es in ihren Bekenntnisschriften aus der Reformationszeit: „Es weiß gottlob ein Kind von sieben Jahren, was die Kirche ist, nämlich die heiligen Gläubigen, die ihres Hirten Stimme hören“. „Wort Gottes“ und der „rechte Glaube“ werden hier als Kennzeichen der Kirche genannt. Mehr braucht es nicht! (in: Unser Glaube, S. 426)

Und auch in gefährdeter Zeit bekennt sich die Evangelische Kirche dazu. Die Barmer-Theologische-Erklärung von 1934 sieht das genau so: „Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern (und Schwestern, Wulf), in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt.“ (EG Nr. 858)

Ich denke, damit ist klar, was die Mitte der Kirche, der Gemeinde ist und wer dazu gehört: Wort Gottes (Bibel und Predigt), die Sakramente (Taufe und Abendmahl) und die zum Gottesdienst Versammelten (Gläubige, Bittende, Suchende, Verzweifelte).

Im Evangelium des Lukas, das gleichzeitig Predigttext ist, geht es darum, das Wort Gottes auch im



kleinsten Samenkorn zu erkennen – und ihm viel zuzutrauen. Natürlich geht auch viel vom Samen, vom Wort Gottes verloren: Vögel picken es auf, unter Dornen kann nichts wachsen und auf Felsen und auf dem Weg vertrocknet der Samen oder wird zertreten.

ABER – ein Teil, ein kleiner Teil fällt auf guten Boden und bringt hundertfach Frucht. Und somit ist das eine Geschichte, die Mut macht – dem Einzelnen und der ganzen Kirche. Auch wenn die äußeren Bedingungen nicht gerade ermutigend sind – gerade jetzt im Lockdown nicht – das Wort Gottes spricht auch jetzt zu uns. Darum ja auch diese Texte und HilfenGeistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche“.

Und darum beten und bitten wir:

Gott, dein Wort tröstet und befreit. Dein Wort ist Hoffnung und Leben. Sprich dein Wort, damit es die Verletzten und Kranken hören. Sprich, damit die Wunden heilen, damit wirksame Medizin entwickelt wird, damit die Trauernden Trost finden. Sprich dein Wort zu den Klugen und öffne die Ohren und Herzen der Verunsicherten. Sprich dein Wort, damit es die Schwachen und Verzweifelten hören. Sprich dein tröstendes Wort zu Flüchtenden und Heimatlosen. Sprich dein Wort, dass es deine Kirche hört. Sprich dein Wort zu uns, verwandele unsere Herzen und Sinne durch Jesus Christus. Sprich dein Wort und erbarme dich heute und alle Tage. Amen.

 

Ihr / Euer Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Letzter Sonntag nach Epiphanias

Datum: 31. Januar 2021 Liturgische Farbe: weiß


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Jesaja 60,2b

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 97,1-12

Wochenlied/-er: EG 450 + 67

Evangelium: Matthäus 17,1-9

Halleluja-Vers: Psalm 97,6

vorgeschlagener Predigttext: 2. Petrus 1,16-21

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 394 + 70

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 01. Februar 2021: 2. Mose 3,1-15 EG 919-921

Dienstag, 02. Februar 2021: 2. Korinther 4,6-10 EG 922-924

Mittwoch, 03. Februar 2021: Offenbarung 1,9-18 EG 925-927

Donnerstag, 04. Februar 2021: 2. Mose 24,1-18 EG 928-931

Freitag, 05. Februar 2021: 2. Mose 34,29-35 EG 932-934

Samstag, 06. Februar 2021: Johannes 12,31-41 EG 935-939



Hat Gott einen Namen? Ja: JAHWE. Der wird aber im Judentum nicht ausgesprochen, da er ihnen so heilig ist.

Sie sagen dann immer „Adonai“, ihr Wort für „Herr“. In der Lutherbibel steht dann immer „HERR.“

Mose wollte es aber genau wissen: „Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name?, was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt. (2. Mose 3,13-14)

Wenn man einen Namen kennt, dann hat man guten Kontakt. Nur dieser Name hört sich erst einmal merkwürdig an. Wie heißt du Gott? Und die Antwort: „Ich werde sein, der ich sein werde.“ Diese Übersetzung stammt von Martin Luther und ist sehr im europäischen Denken verwurzelt, das wiederum auf der griechischen Philosophie von Platon, Sokrates und Aristoteles begründet ist.

Andere Übersetzungen könnten lauten: Ich bin, der ich bin. - Ich bin Ich. - Ich will sein. - Ich bin da, weil ich da bin. - Ich bin der „Ich-bin“. - Ich bin der, der ich für euch da sein werde. - Ich werde mit euch sein.

Das griechische Denken ist ein Denken in Kategorien, in Beschreibungen, in Feststellungen, in Hauptworten. Das hebräische Denken aber ist ein Denken das einen Vollzug beschreibt, das Verben bevorzugt, das das Leben als Tätigkeiten beschreibt.

„JAHWE.“ „Ich werde sein, der ich sein werde.“ „Ich werde mit euch sein.“ Dieser Gott ist also ein Gott der mitgeht. Dieser Gott ist nicht in einem Tempel, in einem Buch oder in einem Baum oder in einer Quelle zu Hause, oder gar gefangen, dieser Gott ist da, wo die Menschen sind, die ihm vertrauen. Und die Israeliten erfahren dieses Mitgehen damals, indem Gott als Feuer- und als Wolkensäule vor ihnen hergeht und sie durch die Wüste führt. (2. Mose 13,17-22)

Dieser Gott ist JAWHE. „So sollst du zu den Israeliten sagen: JHWHE, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name auf ewig, mit dem man mich anrufen soll von Geschlecht zu Geschlecht.“ (2. Mose 3,15)

Und dieser Gott, ist auch unser Gott. Dieser Gott ist ein Gott, der sich bereits schon damals im Alten Testament verändert hat, aus dem Kriegs- und Rachegott früherer Zeiten ist dort ein Retter-Gott, ein Mitgeher-Gott geworden.

Er ist der Gott, der sich in Jesus Christus wiederum verändert hat, zum Gott voller Liebe, Gnade und Barmherzigkeit. Dieser Gott ist ein Gott, der sich auch weiterhin in der Geschichte verändert hat und sich weiter verändert und verändern wird. Gott ist ein Gott, der mit uns geht, der sich verändert, weil auch wir uns verändern. Gott spricht: „Ich will mit dir sein!“ – „Auch mit dir!“ (2. Mose 3, 12)

Ihr / Euer Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Dritter Sonntag nach Epiphanias

Datum: 24. Januar 2021 Liturgische Farbe: weiß


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Lukas 13,29

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 86,1-11

Wochenlied/-er: EG 293 + 66

Evangelium: Matthäus 8,5-13

Halleluja-Vers: Psalm 97,1

vorgeschlagener Predigttext: Rut 1,1-19a

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 288 + 337

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 25 Januar 2021: 2. Könige 5,1-19 EG 919-921

Dienstag, 26. Januar 2021: Römer 1,13-17 EG 922-924

Mittwoch, 27. Januar 2021: Jesaja 45,18-25 EG 925-927

Donnerstag, 28. Januar 2021: Johannes 4,5-14 EG 928-931

Freitag, 29. Januar 2021: Apostelgesch. 10,21-35 EG 932-934

Samstag, 30. Januar 2021: Johannes 4,46-54 EG 935-939



Ausländer sind wir alle – jedenfalls überall sonst auf der Welt. Und selbst „zu Hause“, in der „Heimat“ bin ich oft nicht „zu Hause“. Eine Sehnsucht überfällt mich manchmal nach „wahrer Heimat“. Ein Ort, wo alles gut ist, wo Wunden heilen, wo Seeligkeit herrscht.

Der Wochespruch kennt solch einen Ort: „Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ (Lukas 13,29) Ja, bei Gott, an seinem Tisch, da bin ich wirklich „zu Hause“. Aber das heißt nicht, dass ich da jetzt hin will – vielmehr möchte ich, dass dieses „zu Hause“ zu mir kommt. Jetzt, hier und heute.

Rut hat dieses „zu Hause“ bei Menschen gefunden, bei ihrem Mann und dessen Familie, die als Hungerflüchtlinge in Ruts Heimatland, in das Land der Moabiter gekommen waren. Die beiden Söhne der Familie heiraten dort. Nach dem Tode der Männer leben nur noch die beiden Schwiegertöchter Orpa und Rut und ihre Schwiegermutter Noomi.

Da Noomi nun zurück in ihre Heimat, nach Juda will, stellt sie es den Schwiegertöchtern frei, sie zu begleiten oder in Moab zu bleiben. Orpa entscheidet sich für „ihre Heimat“. Rut aber antwortet: „Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will



ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.“ (Rut 1,16-17)

Die „neue Heimat“ Ruts ist der gemeinsame Glaube an den einen Gott, der „Himmel und Erde“ erschaffen hat. Mehrmals wurden hier Grenzen überschritten. Wer hier wo und wann Ausländer ist, ist manchmal nicht so ganz klar. Ist aber auch egal – weil diese Grenzen bei Gott nicht zählen.

Grenzüberschreitungen sind grundlegender Teil des Christseins: Jesus überschreitet Grenzen zu Ausgestoßenen, zu Benachteiligten, zu Samaritanern; Paulus und auch Petrus überschreiten die Grenzen zu sogenannten Heiden; die Urgemeinde sieht sich durch Jesus in alle Welt gesandt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (sogn. Missionsbefehl in Matthäus 28,18-20)

Ausländer sind wir alle – jedenfalls überall sonst auf der Welt. Besser aber – wir sind alle Inländer in Gottes Reich.

Gehört der zu uns oder ist er fremd?“ – so fragt die geistig beschränkte Herde. Wer weiter blickt, sieht als Verwandtschaft an alle Bürger der fruchtbaren Erde. (buddhistisch, 7. Jh. n. Chr.)

Ihr / Euer Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Zweiter Sonntag nach Epiphanias

Datum: 17. Januar 2020 Liturgische Farbe: weiß


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Johannes 1,16

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 105,1-8

Wochenlied/-er: EG 74 + 398

Evangelium: Johannes 2,1-11

Halleluja-Vers: Psalm 34,3

vorgeschlagener Predigttext: Johannes 2,1-11

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 272 + 611

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 30. November 2020: 1. Korinther 2,1-10 EG 919-921

Dienstag, 01. Dezember 2020: 2. Mose 33,18-23 EG 922-924

Mittwoch, 02. Dezember 2020: Römer 12,9-16 EG 925-927

Donnerstag, 03. Dezember 2020: Jeremia 14,1-9 EG 928-931

Freitag, 04. Dezember 2020: Hebräer 12,12-25a EG 932-934

Samstag, 05. Dezember 2020: Markus 2,18-22 EG 935-939




Als die Hochzeit (in Kana, vgl. Johannes 2,1-11) nach ein paar Tagen zu Ende ist, ziehen die Männer zusammen weiter. Jesus läuft schweigsam vorneweg. Andreas hört, wie sich die andern begeistert unterhalten. Es war ein rauschendes Fest. So viele Menschen haben zusammen gefeiert. Für ein paar Tage konnten sie alles vergessen, was ihnen sonst Sorgen bereitet. Einer von ihnen ruft: „Wahnsinn: Jesus hat wirklich das Wasser zu Wein werden lassen! Es war ein Wunder!“ Die anderen stimmen lachend zu. Andreas ist auch sehr beeindruckt. So etwas hat er noch nie erlebt. Und auch das Gesicht des Bräutigams wird er nicht vergessen. Der schaute richtig verdutzt und konnte sich nicht erklären, woher der leckere Wein kam.

Andreas ist unsicher: War das jetzt ein Wunder oder gibt es eine andere Erklärung? Aber das ist ihm nicht so wichtig. Denn vielmehr fragt er sich, warum Jesus das getan hat. Natürlich hat er das Brautpaar vor einer ziemlich peinlichen Situation gerettet: Wenn der Weinvorrat während der Feier erschöpft gewesen wäre, hätte es ein ziemliches Gerede gegeben. Aber schließlich sind sie ja nicht nur mit Jesus unterwegs, um zu feiern. Andreas hat größere Fragen als diese Hochzeit: „Wie kann ich Gott begegnen? Wo kann ich den Himmel finden?“

Da dreht sich Jesus zu Andreas um, als hätte er seine Fragen gehört. Er lächelt ihn an und sagt: „Das war ein Zeichen. Es bedeutet, dass du nicht weit weg zu gehen brauchst, um Gott zu finden. Du kannst den Himmel an vielen Orten entdecken. Bleib bei mir. Dann wirst du noch mehr Zeichen sehen.“ Nach diesen Worten schaut Jesus wieder nach vorne und läuft weiter. Die anderen aus der Gruppe sind überrascht. Aber Andreas lächelt und folgt Jesus. Er vertraut Jesus noch ein bisschen mehr. Und er ist gespannt, wo er als nächstes ein Stück vom Himmel entdecken wird.

(aus: Werkstatt für Liturgie und Predigt 11/2020, S. 477f.)


„Ein Stück vom Himmel entdecken“ – das möchte ich auch – immer wieder! Und man kann es: Beim Blick in die Augen eines geliebten Menschen. Das Lachen eines glücklichen Kindes. Die Schafherde auf grünem Gras unter blauem Himmel. Eine Bibliothek mit alten und modernen Büchern. Im Kreise der Familie, der Freunde, im Verein.

Der Himmel ist gar nicht so weit weg. Er ist uns ganz nah. Ihn zu sehen braucht es keine Wunder gegen die Naturgesetze. Ihn zu sehen braucht es nur ein offenes Herz. Manchmal muss man sich nur umdrehen, die Perspektive wechseln.

Sicher gibt es auch Dinge, Ereignisse, ja Menschen, die mir den Blick auf den Himmel verstellen können. Das wissen wir alle. Und trotzdem singe, summe, juble ich: „Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf.“ (EG 611)

Ihr / Euer Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Erster Sonntag nach Epiphanias

Datum: 10. Januar 2021 Liturgische Farbe: weiß


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Römer 8,14

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 89,2-5+27-30

Wochenlied/-er: EG 410 + 441

Evangelium: Matthäus 3,13-17

Halleluja-Vers: Psalm 2,7

vorgeschlagener Predigttext: Römer 12,1-8

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 288 + 419

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 30. November 2020: Josua 3,5-11+17 EG 919-921

Dienstag, 01. Dezember 2020: Jesaja 42,1-9 EG 922-924

Mittwoch, 02. Dezember 2020: Johannes 1,29-34 EG 925-928

Donnerstag, 03. Dezember 2020: 1. Korinther 1,26-31 EG 929-931

Freitag, 04. Dezember 2020: 5. Mose 4,31-40 EG 932-934

Samstag, 05. Dezember 2020: Matthäus 4,12-17 EG 935-939





Am Beginn des Jahres 2021 möchte ich vom Segen und vom Segnen erzählen und Ihnen schließlich Segensworte zusprechen.

Sieben Gedanken zum Segen:

1. Segen geht alleine von Gott aus, der dadurch bei uns auf seine Weise gegenwärtig ist und wirksam wird.

2. Der Segen ist eine von Gott herkommende Gabe und Gnade zum Heil und Wohl der Menschen.

3. Ein Segen wendet sich immer an lebende Menschen, also nicht an Verstorbene, sondern an die Trauernden; nicht an Institutionen, Gebäude, Sachen oder Tiere; somit gibt es auch keine Weihe, sondern nur „Einweihungen“.

4. Der Segen wird in den Segensgütern greifbar. Das kann vieles sein: Die Elemente bei den Sakramenten, Nachkommen, Vergebung, Gesundheit, Frieden, Liebe, Wohlergehen, Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Ertrag der Felder, Gelingen des Tagwerkes usw.

5. Der Segen zielt darauf ab, Lebensmöglichkeiten für die Menschen zu eröffnen, das Gute zu fördern und Schutz, Bewahrung und Geleit Gottes zuzusprechen, womit der Segen Wege in die Zukunft ermöglicht. Damit ist Segen Weitergabe von Schalom / Frieden und Leben.

6. Der Segen ist ein geistliches, kein magisches Geschehen und steht nicht in der Verfügbarkeit des Menschen, der ihn aber im bewussten Glauben und im ausgesprochenen "Amen" annehmen soll.

7. Der Zuspruch des Segens stellt den Menschen gleichzeitig unter den Anspruch Gottes, entsprechend zu leben.


Der Herr

voller Liebe wie eine Mutter

und gut wie ein Vater,

Er segne dich

er lasse dein Leben gedeihen,

er lasse deine Hoffnung erblühen,

er lasse deine Früchte reifen.

Der Herr behüte dich

er umarme dich in deiner Angst,

er stelle sich vor dich

in deiner Not.

Der Herr lasse leuchten

sein Angesicht über dir

wie ein zärtlicher Blick erwärmt,

so überwindet er bei dir,

was erstarrt ist.

Er sei dir gnädig

wenn Schuld dich drückt,

dann lasse er dich aufatmen

und mache dich frei.

Der Herr erhebe

sein Angesicht über dich

er sehe dein Leid,

er tröste und heile dich.

Er gebe dir Frieden

er schenke dir

das Wohl des Leibes,

und Heil für deine Seele. (vgl. EG 1002)


So segne und behüte euch im Jahr 2021

der allmächtige und barmherzige Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Ihr/Euer Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Vierter Sonntag im Advent

Datum: 20. Dezember 2020 Liturgische Farbe: violett


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Philipper 4,4+5

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 102,13-23

Wochenlied/-er: EG 9 + 19

Evangelium: Lukas 1,26-56

Halleluja-Vers: Psalm 45,2a

vorgeschlagener Predigttext: 1. Mose 18,1-2.9-15

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 1 + 11

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 21. Dezember 2020: Jesaja 62,1-5 EG 919-921

Dienstag, 22. Dezember 2020: Philipper 4,4-7 EG 922-924

Mittwoch, 23. Dezember 2020: Lukas 1,26-56 EG 925-927

Donnerstag, 24. Dezember 2020: 2. Korinther 1,18-22 EG 928-931

Freitag, 25. Dezember 2020: Hesekiel 17,22-24 EG 932-934

Samstag, 26. Dezember 2020: Römer 5,12-21 EG 935-939


Name des Feiertages: Heilig Abend und Weihnachten

Datum: 24. bis 26. Dezember 2020 Liturgische Farbe: weiß


Hinweise zu Gottesdiensten an Weihnachten (24.-26.12.2020)

Wochenspruch bzw. Spruch des Tages Johannes 1,14a

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 96,1-13

Wochenlied/-er: EG 45 + 24

Evangelium: Lukas 2,1-20

Halleluja-Vers: Psalm 98,3

vorgeschlagener Predigttext: Jesaja 11,1-10 + Jesaja 52,7-10

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

weitere Lieder: EG 46 + 44


Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Sonntag, den 27. Dezember 2020 Lukas 2,21-40 EG 915-918

Montag, 28. Dezember 2020: Psalm 71,1-3+12-18 EG 919-921

Dienstag, 29. Dezember 2020: Jesaja 49,13-16 EG 922-924

Mittwoch, 30. Dezember 2020: 1. Johannes 1,1-4 EG 925-927

Donnerstag, 31. Dezember 2020: Matthäus 2,13-23 EG 928-931

Freitag, 01. Januar 2021: Hiob 42,1-6 EG 932-934

Samstag, 02. Januar 2021: Johannes 12,44-50 EG 935-939


Name des Feiertages: Neujahr

Datum: 01. Januar 2021 Liturgische Farbe: weiß


Hinweise zu Gottesdiensten zum Neuen Jahr

Wochenspruch bzw. Spruch des Tages: Hebräer 13,8

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 8,2-10

Wochenlied/-er: EG 58 + 652

Evangelium: Lukas 4,16-21

Halleluja-Vers: Psalm 124,8

vorgeschlagener Predigttext: Johannes 14,1-6

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

weitere Lieder: EG 66 + 70


Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Sonntag, den 03. Januar 2021: Lukas 2,41-52 EG 915-918

Montag, 04. Januar 2021: Josua 1,1-9 EG 919-921

Dienstag, 05. Januar 2021: Philipper 4,10-20 EG 922-924

Mittwoch, 06. Januar 2021: Matthäus 2,1-12 EG 925-927

Donnerstag, 07. Januar 2021: 1. Könige 10,1-13 EG 928-931

Freitag, 08. Januar 2021: 2. Mose 18,1-12 EG 932-934

Samstag, 09. Januar 2021: Johannes 1, 35-51 EG 935-939

Kurz-An(ge)dacht


Frieden und Barmherzigkeit sind die zwei Stichworte des Weihnachtsfestes 2020 und der Jahreslosung für das neue Jahr 2021. Die Engel in der Weihnachtsgeschichte besingen den Frieden: „Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lukas 2,13+14) In jedem Gottesdienst, indem das Gloria gesungen wird, kommt dieser Satz vor. Die Predigt an den Feiertagen nimmt zudem unsere Friedenssehnsucht auf: „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen.“ (Jesaja 52,7)

Ja, Frieden ist unsere Sehnsucht. Und doch brechen wir ihn selber immer wieder. Wie oft gibt es eben auch bei uns selber Streit – in der Familie, in der Nachbarschaft, in der Schule, am Arbeitsplatz, mit Freunden und Bekannten, im Verein usw. usw.

Warum ist der Frieden auf Erden nur so schwer zu erreichen? Jesus selber fordert uns doch in der Bergpredigt auf, Friedensstifter zu werden. Nicht nur nichts Böses tun, sondern das Gute zu fördern – das ist sein Wille! Wir brauchen eine neue Kultur des Friedens. „Schalom – Friede sei mit dir!“ das müsste bei uns zum alltäglichen Gruß werden. Wir müssen uns den Frieden immer wieder gegenseitig zusprechen. Ich spreche ihn Ihnen nun durch den folgenden Weihnachts-Segen zu:

„Gott segne euch und behüte euch! Gott lasse sein Licht leuchten über euch und erwärme euch! Gott gebe sein Licht in eure Herzen und mache euch menschlich! Gott schenke euch Frieden in den Familien und in der Welt Barmherzigkeit! Amen.“

Auf diesem Wege möchte ich Ihnen nun, trotz der vielen Einschränkungen, ein frohes Weihnachtsfest wünschen. Vor allem aber möchte ich Ihnen auch Mut machen. Verzagen Sie nicht – es wird auch wieder anders werden!

Und darum möchte ich Sie auf die Jahreslosung 2021 hinweisen: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36) Seid barmherzig – zuerst mit euch selber! Setzt euch nicht unter Druck, dem niemand standhalten kann. Dann: Seid barmherzig mit all den Verantwortlichen – sie geben zumeist ihr Bestes. Und: Seid barmherzig im Umgang mit euren Nächsten – denen geht es genau so wie euch.

Und hier noch einige weitere ganz praktische Vorschläge, wie Sie Barmherzigkeit üben können: Gnade vor Recht ergehen lassen – lieben – teilen – in Vorleistung gehen – die Perspektive wechseln – Macht abgeben – den eigenen Einfluss für andere geltend machen – nicht hartherzig sein … „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ (Matthäus 5,7) Schalom! Friede sei mit euch! Euer Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Dritter Sonntag im Advent

Datum: 13. Dezember 2020 Liturgische Farbe: violett oder rosa


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: aus Jesaja 40,3+10

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 85,2-8

Wochenlied/-er: EG 10 + 16

Evangelium: Lukas 3,1-20

Halleluja-Vers: Psalm 116,5

vorgeschlagener Predigttext: Lukas 1,67-79

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 15 + 17,1-3

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 14. Dezember 2020: Römer 15,4-13 EG 919-921

Dienstag, 15. Dezember 2020: 1. Korinther 4,1-5 EG 922-924

Mittwoch, 16. Dezember 2020: Jesaja 40,1-11 EG 925-927

Donnerstag, 17. Dezember 2020: Matthäus 11,2-10 EG 928-931

Freitag, 18. Dezember 2020: Johannes 1,19-34 EG 932-934

Samstag, 19. Dezember 2020: Jesaja 45,1-8 EG 935-939

 

 

Rosa!? (oben bei „Name des Sonntags“); ja, Sie haben richtig gelesen. Rosa ist die Aufhellung der Farbe Violett, der Bußfarbe. Sie kann am 3. Advent und am 4. Sonntag in der Passionszeit vor Ostern vorkommen, um den freudigen Charakter der Halbzeit der Bußzeit hervorzuheben.

Noch einmal: Ja! Sie haben richtig gelesen – Advent ist eine Zeit der Buße. Das haben besonders die ersten beiden Sonntage betont. Doch so ganz langsam ist da Licht am Ende des Tunnels. Und da ist mitten in der Bußzeit auch schon Grund zur Freude. Der Wochenspruch verkündet es: „Siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen.“ (Jesaja 40,10)

Aber es bleibt noch genügend, was bedrückt – gerade in diesem Jahr, jetzt in der Corana-Zeit, wo uns viel auch an Vorfreude genommen wird. Darum lesen wir am Mittwoch auch: „Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, ABER das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“ (Jesaja 40,1+6b+8)

Und trotzdem hat da einer Zeit und Lust zu jubeln, der Zacharias. So alt er und seine Frau Elisabeth auch sind, sie haben einen Sohn bekommen, den Johannes. Und so singt er ein Lied, einen Lobgesang, das Benedictus: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk … Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest.“ (Lukas 1,68+76)

Dieses Kind, der Johannes, wird leider zu oft vergessen in der Advent- und Weihnachtszeit und auch sonst im Jahr. Dabei steht Johannes für die vielen biblischen Nebenfiguren, ohne die die Geschichte Gottes mit den Menschen nicht erzählt werden könnte.

Johannes wird kein leichtes Schicksal haben. Ja, er ist ein Wegbereiter Gottes, ein Wegbereiter Jesu. Ja, er taucht Jesus in den Jordan. Damit wird deutlich: Gott ist zu uns herunter gekommen, auf unsere Augenhöhe. Aber der politische Mahlstrom wird Johannes umbringen: Weil er die Wahrheit gesagt hat (vgl. Matthäus 14,1-12).

An Menschen auf der ganzen Welt, die nichts als die Wahrheit sagen, sollten wir heute denken. Sie werden schikaniert, verfolgt, verhaften, verurteilt, umgebracht. Auch sie sind oft nur Nebenfiguren. Aber ohne sie würde die Weltgeschichte nicht erzählt werden können.

Irgendwie steht der dritte Advent zwischen den Stühlen: Nicht dunkel aber auch nicht hell – Rosa eben. So ähnlich muss auch Jochen Klepper 1938 empfunden haben, als er dichtete: „Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.“ (EG 16,4)

 

Ihr Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Zweiter Sonntag im Advent

Datum: 06. Dezember 2020 Liturgische Farbe: violett


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Lukas 21,28

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 80,1-20

Wochenlied/-er: EG 7

Evangelium: Lukas 21,25-35

Halleluja-Vers: Psalm 96,13b

vorgeschlagener Predigttext: Jakobus 5,7-11

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 6 + 11 + 152

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 07. Dezember 2020: Jesaja 35,3-10 EG 919-921

Dienstag, 08. Dezember 2020: Jesaja 63,15-64,3 EG 922-924

Mittwoch, 09. Dezember 2020: Jeremia 25,5-8 EG 925-927

Donnerstag, 10. Dezember 2020: Hoheslied 2,8-13 EG 928-931

Freitag, 11. Dezember 2020: Offenbarung 3,7-13 EG 932-934

Samstag, 12. Dezember 2020: Offenbarung 22,12-17 EG 935-939

 

 

Nicht den Kopf hängen lassen! Ganz im Gegenteil, ruft uns doch der Wochenspruch zu: „Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ (Lukas 21,28) Erhobenen Hauptes können und dürfen wir durch’s Leben gehen. Nicht weil wir selber so toll wären, nicht weil wir alles hinkriegten, nicht weil wir von uns aus gut wären! Nein, sondern weil Erlösung nahe ist, weil DIE Erlösung nahe ist, sie kommt direkt auf uns zu. Und darum betet, ja schreit der Psalmbeter zu Gott:„Erwecke deine Kraft und komm uns zu Hilfe!“ (Psalm 80,3)

Doch sich auf so eine positive und vertrauensvolle Weltsicht trotz aller negativen Erfahrungen einzulassen, ist nicht ganz einfach. Denn, was wir dazu brauchen, ist Geduld. Und genau dazu will uns der Predigttext ermuntern: „So seid nun geduldig, liebe Brüder (und Schwestern), bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.“ (Jakobus 5,7+8) Und das Evangelium ergänzt: „So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.“ (Lukas 21,31)

Geduld – das ist ja nun nicht meine liebste Tugend. Gerade beim Autofahren – diese Schleicher da vor mir… Aber irgendwie stimmt das natürlich: „Eile mit Weile!“ – „In der Ruhe liegt die Kraft!“ und „Beharrlichkeit wird belohnt“ – so sagen es uns ja auch unsere Sprichwörter. Im Koran heißt es: „Sucht Hilfe in der Geduld und im Gebet.“ Sure 2,45) In Indien sagt man: Für die Freundschaft von zweien ist die Geduld von einem nötig.“ Und Buddha weiß: „Wer den Umgang mit geduldigen Menschen sucht, wird selber Geduld erlernen.“

Doch entscheidend ist warum wir Geduld haben sollen: „Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.“ (Hebräer 10,36) Es geht nicht um ein gutes Leben, sondern es geht um unser Heil, um unsere Erlösung.

Geduldig sein, warten können – wir müssen es mit den Kindern immer wieder neu lernen. Ein Lied, das uns auf die richtige Spur bringen kann, steht im Gesangbuch unter der Überschrift „Ende des Kirchenjahres“, es passt aber auch wunderbar in die Wartezeit des Advent: „Wir warten dein o Gottes Sohn … Wir warten deiner mit Geduld … Wir warten dein, du kommst gewiss“ – so fangen die Strophen jeweils an.

Weil sich unsere Erlösung naht, weil wir ganz sicher sind, dass Gott auf uns zukommt, immer wieder auf uns zukommt, können wir geduldig sein. Egal wie wir uns auch anstellen, wie oft uns auch der Geduldfaden reißt – Gott hat Geduld mit uns. Darin kann man Trost finden in unruhigen Zeiten.

 

Ihr Pastor Dietrich Wulf

Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Erster Sonntag im Advent

Datum: 29. November 2020 Liturgische Farbe: violett


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Sacharja 9,9b

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 24,1-10

Wochenlied/-er: EG 4 + 11

Evangelium: Matthäus 21,1-11

Halleluja-Vers: Psalm 50,2-3a

vorgeschlagener Predigttext: Sacharja 9,9-10

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 1 + 9

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 30. November 2020: Römer 13,8-12 EG 919-921

Dienstag, 01. Dezember 2020: Hebräer 10,19-25 EG 922-924

Mittwoch, 02. Dezember 2020: Jeremia 23,5-8 EG 925-927

Donnerstag, 03. Dezember 2020: Offenbarung 3,14-22 EG 928-931

Freitag, 04. Dezember 2020: Psalm 24,1-10 EG 932-934

Samstag, 05. Dezember 2020: Offenbarung 5,1-14 EG 935-939

 

 

 

Mit einem Trommelwirbel geht es los, das neue Kirchenjahr: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“ (Sacharja 9,9b) Mit diesem Wochenspruch werden wir aufgerüttelt: „Pass auf! – Es geht wieder los! – Es fängt wider an!“ Nicht irgendetwas fängt an, nicht das Weihnachtsgeschäft, nicht irgendeine eine Wohlfühlzeit. Nein! – dein König kommt zu dir! Gott kommt zu dir! Da sollte man ja nun wirklich etwas aufmerksam sein, oder? – nicht dass man ihn noch verpasst!

Und darum fordert der Wochenpsalm gleich zweimal auf: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“ (Psalm 24,7+9) Ja, Gott kommt zu euch allen. Reist die Fenster und Türen auf! Das Spektakel muss man gesehen haben, damit ändert sich doch alles. Groß und prächtig wird es werden!

Doch halt! – Wie kommt der denn da her?: „Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel, auf dem Füllen, dem Jungen eines Lasttieres.“ (Matthäus 21,5) Gibt’s denn so was? Erst heißt es ein König, groß und mächtig – und jetzt das – dass haben wir aber ganz anders erwartet. Wie soll der denn die Römer aus dem Land jagen? Wie soll der denn ein neues Reich schaffen, wie David damals?

Aber die Leute halten es anscheinend für möglich: „Eine sehr große Menge 
breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das Volk aber, das ihm voranging und nachfolgte, schrie und sprach: „Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!“(Matthäus 21,8+9)

Hosianna? – Hilf doch?“ Was meinen die Rufer denn damit? Wenn der Kaiser in eine Stadt einreitet – natürlich auf einem Pferd – dann rufen sie „Kyrie eleison! – Herr, erbarme dich!“ Da muss man sich schon fragen: „Und wie empfangen wir IHN?“

Aber da sind wir nicht die einzigen, die so fragen. Schon Paul Gerhardt stellte sich vor gut 370 Jahren diese Frage: „Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir?“ (Wochenlied EG 11,1) Seine Antwort:„Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.“ (EG 11,2)

Ja, darauf kann ich mich einlassen, jetzt am 1. Advent 2020. Denn ich weiß ja auch wie es weitergeht: Jesu Kommen bringt Barmherzigkeit, Liebe, Vergebung und Gnade wieder neu in unsere Welt hinein. Er macht uns wieder bewusst, dass es eben auch besser gehen kann in unserem Leben. Nur zuhören muss ich schon. Darum ja auch der Trommelwirbel: „Siehe!“

Aber, dazu brauche ich auch Zeit, Zeit der Besinnung, Zeit des Nachdenkens, Zeit für mich und für andere Menschen. Gut, dass es noch nicht gleich Weihnachten ist, gut, dass wir noch etwas Zeit haben. Nehmen wir sie uns und nutzen sie.

Ihr Pastor Dietrich Wulf

 



Geistlich leben – von Tag zu Tag – von Woche zu Woche

Lese- und Gebetshilfen zur persönlichen Frömmigkeit und Spiritualität

(EG = Evangelisches Gesangbuch)


Name des Sonntages: Ewigkeitssonntag (Totensonntag)

Datum: 22. November 2020 Liturgische Farbe: weiß


Hinweise zum Gottesdienst an diesem Sonntag

Wochenspruch: Lukas 12,35 oder Psalm 90,12

Wochenpsalm bzw. Tagespsalm: Psalm 126,1-6

Wochenlied/-er: EG 147 + 153

Evangelium: Matthäus 25,1-13

Halleluja-Vers: Psalm 16,11

vorgeschlagener Predigttext: Offenbarung 21,1-7

Gebete zu Gottesdienst, Beichte, Segen: EG 802-827, 844-859, 992-1003

Gebete für den Sonntag: EG 915-918

weitere Lieder: EG 152 + 361 + 395

 

Bibel - Lesungen und Gebete für die Wochentage

Montag, 30. November 2020: Jesaja 65,17-25 EG 919-921

Dienstag, 01. Dezember 2020: Markus 13,28-37 EG 922-924

Mittwoch, 02. Dezember 2020: 2. Petrus 3,3-13 EG 925-927

Donnerstag, 03. Dezember 2020: Psalm 121,1-8 EG 928-931

Freitag, 04. Dezember 2020: Matthäus 23,23-33 EG 932-934

Samstag, 05. Dezember 2020: 1. Thessalonischer 4,13-18 EG 935-939

 

 

Ewigkeitssonntag oder Totensonntag – was denn nun? Beides! Am Totensonntag blicken wir zurück und erinnern uns an die Verstorben des nun vergangenen Kirchenjahres. Am gleichzeitigen Ewigkeitssonntag schauen wir nach vorne und blicken auf das Ewige Leben bei Gott, in seinem Reich, in dem wir ja auch unsere Verstorbenen gut aufgehoben wissen. Denn wir Leben nun einmal aus der Vergangenheit kommend, im Hier und Jetzt, mit Blick auf die Zukunft.

Die beiden Leitverse für die kommende Woche machen diesen Weg deutlich: „Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.“ (Lukas 12,35) und: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Psalm 90,12) Beide Verse leiten uns zur Wachsamkeit an, was das Wochenlied dann aufnimmt: „»Wachet auf«, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, »wach auf, du Stadt Jerusalem! «“ (EG 147,1)

Für uns und unser Leben bedeutet das: wir kommen, wir sind da, wir gehen. Da ist die Freude, dass ein Leben neu beginnt. Dann kommt der normale Alltag mit Freude, Sorgen und Nöten. Es schließt sich das irdische Ende an: Krankheit, Sterben und Tod. Doch – und jetzt wird’s christlich – nach dem Tod kommt das Ewige Leben. Und darum:

Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat mehr gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für.“ (EG 147,3)

Wie das bei Gott einmal genau sein wird – ich weiß es auch nicht. Leider! Aber es kann nur gut sein, denn dann sind wir ja eben bei Gott. Wie es ist, wenn Gott nicht da ist, das wissen wir. Dafür sind wir oft selber verantwortlich.

Denken wir nur an die schlimmen Dinge unserer Geschichte: Kreuzzüge, Hexenverfolgung, Judenverfolgung, Weltkriege, Völkermord. Und denken wir auch an die schlimmen Dinge in unserem eigenen Leben: unsere Gleichgültigkeit, unsere Lieblosigkeit, unseren Hass, unsere Gier. Überall, wo diese schlimmen Dinge herrschen, da ist Gott nicht.

Ganz anders ist es, wenn Gott da ist. Darüber gibt der Predigttext Auskunft: „Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,3-5a)

Gut, dass es diese Hoffnung gibt!

 

Ihr Pastor Dietrich Wulf